peoplemusic57 goldene Regeln zum Üben (für Schüler):

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, dessen Gewohnheiten sich durch tägliches Training bilden und in Fleisch und Blut übergehen. Wer überlegt schon bei jedem Schritt, welchen Fuß er nun wie anheben oder aufsetzen soll, um vom Fleck zu kommen? Das Gehen haben wir jahrelang täglich geübt und nun gehen wir, ohne uns groß darüber Gedanken zu machen.

  1. übe regelmäßig (täglich, auch am Wochenende)
    Das Musizieren kann genauso zur Selbstverständlichkeit werden wie das Gehen, wenn ich tagtäglich übe. Denn was ich heute geübt habe, muss ich morgen und übermorgen wiederholen, um es nicht wieder zu verlernen.
  2. plane feste Übungszeiten (Wochenplan, unter Berücksichtigung der Familie)
    Übe ich täglich zur gleichen Zeit, gewöhne ich mich daran, wie an das Zähneputzen nach dem Essen: ich kann es nicht mehr vergessen. Wenn ich erst abends kurz vor dem Zubettgehen mit dem Üben beginne, wird mir wenig Erfolg beschieden sein. Es ist vernünftiger eine Tageszeit auszusuchen, zu der ich mich noch konzentrieren kann. Das Üben als Kontrastprogramm zum schulischen Lernen, eingeschoben zwischen der Schule und Hausaufgaben, hat sich als gute Methode bewährt. Es lüftet den Schulstress aus dem Hirn und macht es aufnahmefähiger für andere Dinge. Täglich kurz üben ist viel besser als 1x in der Woche lange!
  3. suche einen ruhigen Übungsplatz (hell, keine Ablenkung durch TV, Geschwister)
    Damit ich überhaupt gerne anfange zu üben, müssen einige Annehmlichkeiten gegeben sein. Das Übungszimmer soll hell, gemütlich, eher ruhig aber nicht allzu weit von der Familie entfernt sein. Wer lässt sich schon gerne zum Üben in den Keller verbannen, als ob er etwas Verbotenes tun würde! Instrument, Notenständer, Noten, Metronom, Bleistift und Radiergummi müssen bereitstehen. Jede umständliche Vorbereitung schreckt mich vom Üben ab.
  4. lass Dir Zeit beim Üben (wer langsam übt, kommt schneller voran; sorgfältig sein, keine Fehler einüben: In unser Gedächtnis kann man sehr gut schreiben, aber nicht radieren!)
    Es ist wichtig, richtig zu üben. Man unterscheidet beim Musizieren zwischen dem Üben und dem Spielen. Beides ist gleich wichtig und sollte etwa gleich viel Zeit beanspruchen. Ich spiele das Stück ganz langsam und zeichne mir die schwierigen Stellen an. Dann untersuche ich die angezeichneten Stellen nach der Art der Schwierigkeit und suche die Art zu spielen, die mir am besten liegt. Ich übe langsam und konzentriert eine schwierige Stelle, bis sie mir mühelos gelingt. Dabei vergesse ich nicht, die Lautstärken mit einzuüben. Kann ich die schwierige Stelle, so versuche ich diese im Zusammenhang mit einigen vorhergehenden und nachfolgenden Takten zu spielen. Auch Übergänge von einer einfachen zu einer schwierigen Stelle müssen geübt werden. Ist mir dies gelungen, entspanne ich mich, indem ich etwas spiele das ich bereits kann.
    Im Gegensatz zum Üben bedeutet Spielen, das ganze bereits eingeübte Stück von Anfang bis Ende durchzuspielen, ohne stecken zu bleiben und ohne Fehler auszubessern.
  5. übe gründlich und konzentriert (vorher überlegen: was will ich üben?)
    Übe schwere Stellen mit rhythmischen Veränderungen. Wenn man sich verspielt hat, nicht auf den "richtigen" Ton nachbessern. Man übt sich Umwege mit den Fingern ein und hat die direkte Verbindung zwischen den Griffen nicht geübt. Übe nicht "ewig" die gleiche Stelle. Nach der 7. Wiederholung langweilt sich unser Gehirn und und wir werden unkonzentriert.
  6. wiederhole auch alte Übungen und Musikstücke (Repertoire spielen)
  7. nicht vorausarbeiten

7 goldene Regeln zum Üben (für Eltern):

Können Sie sich noch daran erinnern, wie Ihr Kind sprechen gelernt hat? Sie waren die wichtigsten Ansprechpartner, Ihre Freude über die ersten undeutlichen Worte Ihres Kindes, Ihr Lob und Ihre Ermunterung motivierten Ihr Kind ganz entscheidend, das Sprechen zu üben.
Das Erlernen eines Instrumentes kann in mancherlei Hinsicht damit verglichen werden. Ihre Einstellung Ihrem musizierendem Kind gegenüber, Ihr aufmerksames Zuhören, Ihre lobende Anteilnahme am Fortschritt und Ihre aufmunternden Worte können darüber entscheiden, ob aus Ihrem Kind eine begeisterte Musikerin bzw. ein begeisterter Musiker wird.

  1. hören Sie Ihrem Kind zu und nehmen Sie die Kinderleistung ernst
  2. ermuntern Sie Ihr Kind und erinnern Sie es ans tägliche Üben (vermitteln Sie nicht das Gefühl, dass das Üben stört oder zu laut ist)
  3. wecken Sie Interesse, lassen Sie sich regelmäßig vorspielen (nachfragen, sich was erklären lassen)
  4. weder verletzend tadeln noch überschwänglich loben
  5. hören Sie gemeinsam Musik, gehen Sie gemeinsam in Konzerte
  6. singen Sie gemeinsam
  7. suchen Sie in Krisen das Gespräch mit Kind und Lehrer (Gründe, Lösungen)

25 Top-Tipps für Trompeter
  1. Luft ist der wichtigste physikalische Anteil beim Spielen. Atme richtig - tief, voll, entspannt.
  2. Atme nach dem Einatmen sofort wieder aus und halte die Luft nicht in dir, um sie erst noch weiter zu komprimieren. Konzentriere dich auf die Geschwindigkeit des Luftstromes, um die Muskeln nur so stark wie nötig anzuspannen.
  3. Lasse die Luft durch das Horn fließen. Lasse Widerstand und Luftstrom die Waage halten - in Harmonie.
  4. Stelle eine Verbindung zwischen den Noten her (dah dah und nicht daht daht).
  5. Spiele nicht hart, spiele frei wie eine Flöte.
  6. Lasse die Luft die Arbeit verrichten.
  7. Die Qualität deines Spiels hängt von der Qualität deines Luftstromes ab.
  8. Die Spannung im Ansatz liegt ausschließlich in den Mundwinkeln um die Lippenöffnung zu fokussieren. Die Mitte sollte so locker wie möglich sein, um voll auf den Luftstrom zu reagieren.
  9. Die einzige Arbeit der Lippen besteht darin, zu vibrieren - frei und relaxed.
  10. Habe das Gefühl, dass du weg von deinen Zähnen spielst, um die Vibration zu erhöhen und den Mundstückdruck zu minimieren.
  11. Pausiere rechtzeitig (natürlich nur beim Üben) und übertreibe nichts.
  12. Mache viele kleine Pausen.
  13. Mache während der Übungen genau so lange Pausen wie du spielst.
  14. Nehme die Trompete in den Pausen vom Mund, damit sich deine Lippen erholen können.
  15. Es ist nicht wichtig was du spielst, sondern wie du spielst.
  16. Denke immer darüber nach, warum du eine Übung spielst und was du damit bezwecken möchtest. Planloses Spielen wird dir nichts bringen.
  17. Baue auf und zerstöre nicht.
  18. Höre auf zu üben, wenn du ermüdet bist.
  19. Übe alle Aufgaben wie beschrieben. Zu viele hohe Noten oder Pedal-Töne können schädlich sein.
  20. Übe solange, bis du die Übung gemeistert hast.
  21. Hetze nicht durch die Übungen, dies wird nichts bezwecken.
  22. Habe Ziele und einen Plan, wie du diese erreichen kannst.
  23. Die Trompete ist nur der Verstärker des Musikers. Alles was die Trompete reflektiert, passiert in dir.
  24. Trainiere hart wie ein Athlet, aber spiele vom Herzen wie ein Artist.
  25. Denke daran: Das ultimative Ziel aller deiner Fähigkeiten ist es, Musik zu machen, ansonsten wären alle deine Bemühungen vergebens. Kommunikation zwischen dem Musiker und dem Zuhörer muss das Resultat sein.